1895 Der Brite A.F. Mummery erreicht, nachdem er zunächst die Rupalflanke erkundet hat, auf der Diamir-Seite eine Höhe von etwa 6000 m und bleibt beim Versuch, ins Rakhiot-Tal über zu wechseln, verschollen.
1932 Unter Leitung von W. Merkl bricht eine deutsch-amerikanische Expedition zur Nordseite auf. Die Gruppe erklettert den Rakhiot Peak, erreicht den Ostgrat und scheitert aufgrund mangelnder Himalaya-Erfahrung.
1934 Wieder unter W.Merkl stoßen fünf Bergsteiger und elf Sherpas über die 1932 erkundete Route bis auf das Silberplateau vor. P.Aschenbrenner und E.Schneider und erreichen eine Höhe von etwa 7800 m. Wissenschaftler erarbeiten eine Karte. Im Schneesturm kommen U.Wieland, W.Welzenbach, W. Merkl und sechs Sherpas um. A.Drexel stirbt schon vorher.
1937 Unter Leitung von K.Wien startet eine Expedition der Deutschen Himalaya-Stiftung (DHS). In Lager IV werden alle sieben Sahibs sowie neun Hochträger von einer Eislawine begraben. Noch im gleichen Jahr organisiert P.Bauer eine Bergungs- expedition.
1939 Die Erkundungsexpedition von P.Aufschnaiter kommt in der Diamir- Flanke an zwei Stellen bis auf knapp 6000 m.
1953 H.Buhl gelingt im Rahmen der deutsch- österreichischen Willy- Merkl-Gedächtnisexpedition am 3. Juli die erste Besteigung des Nanga Parbat. Die Leiter K.M.Herrligkoffer und P.Aschenbrenner haben vorher den Rückzug veranlasst. W.Frauenberger, H.Ertl sowie H.Buhl nehmen die Verantwortung für den Gipfelgang auf sich. H.Buhl bewältigt 1309 Höhenmeter im Alleingang, H.Ertl dreht einen Dokumentarfilm.
1962 Eine zweite Expedition des Deutschen Instituts für Auslands- forschung (DIAF) unter K.M.Herrligkoffer an der Diamir-Seite bringt die zweite Besteigung. Über die 1961 erkundete Route im rechten Teil des Nordgipfels, gelangen T.Kinshofer, A.Mannhardt und S.Löw zum Gipfel. Beim Abstieg stürzt S.Löw tödlich ab.
1970 Siegi-Löw-Gedächtnisexpedition des DIAF. G.und R.Messner (27.Juni) sowie F.Kuen und P.Scholz (28.Juni) durchsteigen dabei die Rupal-Flanke zum ersten bzw. zweiten Mal. Reinhold Messners eventuell lange gehegter Plan, die erste Überschreitung eines 8000ers, kostet seinen Bruder wahrscheinlich an unbewiesener Stelle das Leben (3. Besteigung).
1971 Einer tschechoslowakischen Expedition unter Leitung von I.Galfy gelingt die vierte Besteigung des Nanga Parbat, die zweite über die Nordseite.
1976 Der Linzer Hans Schell organisiert mit wenig Mitteln eine Vier-Mann- Expedition zu der von T.Kinshofer ausgekundschafteten Route im linken Teil der Rupal-Wand. Alle erreichen den Gipfel (S. Gimpel, R. Schauer, H. Sturm, H. Schell)
1978 R.Messner glückt am 9. August über die Diamir-Wand die erste Alleinbesteigung des Nanga Parbat und damit eines Achttausenders.
Eine österreichische Kleinexpedition wiederholt die Kinshofer-Route, wobei fünf von sechs Teilnehmern den Gipfel erreichen. Dabei wird von der Bazhin-Mulde aus eine teilweise neue, leichtere Linie als 1962 gefunden (W. Bauer, R. Streif, R. Wurzer, A. Imitzer, A. Indrich).
1982 K.M. Herrligkoffer führt erneut eine 12-köpfige Expedition zum Nanga Parbat. Dabei glückt dem Schweizer U.Bühler die erste Begehung des Südostpfeilers zum Südgipfel. Das letzte Stück bewältigt er im Alleingang und zieht sich dabei schwere Erfrierungen zu.
1985 Zusammen mit zwei weiteren Polinnen, A. Czerwinska u. K. Palmowska, gelingt Wanda Rutkiewicz bei schlechtem Wetter auf der Kinshofer-Route der Aufstieg zum Gipfel. Eine internationale Expedition mit polnischen Spitzenbergsteigern erreicht über den Südostgrat den Gipfel (13. Juli, u.a. J.Kukuczka), am selben Tag übrigens wie Michel Dacher und Peter Habeler oder Carlos Carsolio aus Mexiko.
1990 Nach der Durchsteigung der Diamirflanke auf der klassischen Route fahren Diego Wellig und Hans Kammerlander mit Ski fast über die gesamte Route ab.
2000
Hanspeter Eisendle, Wolfgang Thomaseth und Reinhold Messner bewältigen teilweise eine Neuroute durch die Nordflanke. Allerdings wird bei knapp über 7000 m beim Zusammentreffen auf die Tschechenroute von 1971 wegen tiefem Triebschnee auf einen weiteren Aufstieg verzichtet.
Bis zum 09/07/2000 haben 184 Bergsteiger den Gipfel des Nanga Parbat erreicht.