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07.05.2007
2 Nächte in Lager II verbracht
- Gipfel in der nächsten Schönwetterperiode möglich!
Alle sind im Basislager zurück - ich bin erleichtert. Während den Nächten in Lager II hat es doch ergiebig geschneit und damit war die Lawinensituation in einzelnen Hängen des Aufstiegs zwischen Lager I und Lager II angespannt. Jetzt wo wieder alle vollzählig zurück sind macht sich Erleichterung und erste Vorfreude auf eine Gipfelbesteigung breit.
Während die Teilnehmer am 01. Mai noch einen verdienten Ruhetag hatten, stieg ich mit Hiro und den beiden Sherpas Pasang und Karma nach Lager I auf. Der Plan war am nächsten Tag schon Material und Zelte nach Lager II hinaufzubringen und wieder einen Tag später evtl. weiter in Richtung Lager III zu versichern. Es sollte etwas anders kommen.
Kurz vor Lager I
Hiro in der Mittagshitze beim Schneeschmelzen
Unbestiegener 6000er gegenüber Lager I
Der 02. Mai war ein affenheißer Tag. Der Aufstieg zwischen dem Basislager und Hochlager I für die Teilnehmer und zwischen Lager I und Lager II für die Sherpas, Hiro und mich wurde zur Hitzeschlacht. Glücklicherweise kam uns nach der Hälfte des Aufstiegs nach Lager II die parallel zu uns agierende, zweiköpfige Österreichische Gruppe von ihrem Lager II auf ca. 6650 m entgegen. Damit blieb uns zumindest ein Teil der schweren Spurarbeit erspart. Trotzdem war es mit den gewichtigen Rucksäcken und der glühenden Sonne in 6500 m Höhe noch eine ziemliche Schufterei. Da es Hiro an diesem Tag wegen der Hitze nicht so gut ging und auch um die Sherpas nicht zu überlasten, entschieden wir schon beim Lager II der Österreicher Halt zu machen und ich schickte die Sherpas wieder zurück ins Lager I. Hiro und ich richteten notdürftig einen Lagerplatz her und bezogen für eine Nacht unter einer leicht überhängenden Eiswand unser Zelt.
Tiefblick aus 6300 m Höhe Richtung Lager I und Basislager
Am nächsten Morgen - die Teilnehmer und die Sherpas machte sich an den langen Aufstieg nach Lager II - brachten Hiro und ich die gesamte deponierte Ausrüstung bis auf eine Höhe von 6750 m, wo wir einen geschützten Platz für unser Lager II gefunden hatten. In mehreren Pendelgängen beförderten wir Zelte, Fixseile und Fixiermaterial nach oben und waren Mitte des Vormittags froh alles oben zu haben. Während die Teilnehmer sich allmählich dem Lager näherten, ebneten Hiro und ich noch sieben Zeltplätze ein und so konnten wir bei Ankunft der Teilnehmer im Laufe des Nachmittags alle sieben Hochlagerzelte aufstellen. Lager II war installiert - zwei anstrengende Akklimatisationsnächte für die Teilnehmer standen bevor.
Am Morgen des 04. Mai begannen Hiro und ich um 5:00 Uhr Schnee zu schmelzen. Während der Kocher vor sich hin summte, tat es plötzlich einen Riesenschlag. Wir waren uns sicher ganz in der Nähe sei ein Eisturm in sich zusammengebrachen. Kurz darauf ein erneutes Krachen, diesmal begleitet von einem hellen Blitz. Direkt über uns hatte sich ein Gewitter entwickelt, das sich in der kommenden Stunde heftig entlud. Hiro und ich wollten wegen der Pendeltransporte des Vortags erst an diesem Vormittag in Richtung Lager III aufsteigen. Was sich nun wegen des Gewitters weiter verschob. Endlich um 7:30 konnten wir starten. Der tiefe Schnee wurde mit zunehmender Höhe weniger, wir konnten die Schneeschuhe zurück lassen und die Steigeisen kamen zum Einsatz. Bis ca. 7050 m stiegen wir auf und legten dann etwas tiefer bei einem Eisturm ein Materialdepot mit 250 m Fixseilen, Firnankern und Eisschrauben an.
Im Verlauf des kommenden Vormittags kamen nach und nach auch die Teilnehmer nach einer anstrengenden, neuschneereichen Nacht wieder im Basislager an. Womit dieser Akklimatisationsteil gut überstanden ist.
Genug für heute - Hiro und ich hatten ja schon zwei Nächte in Höhe des Lagers II verbracht und wollten noch ins Basislager absteigen. Was wir auch im Eilschritt taten und nachmittags wieder dickere Luft auf nur 4850 m atmen konnten.
In den nächsten Tagen werden wir den Wetterbericht sehr genau beobachten und bei etwas Wettersicherheit nach einigen Ruhetagen versuchen in Richtung Lager III und von dort direkt zum Gipfel zu starten. Drücken Sie uns die Daumen, dass die nächsten Tage etwas trockeneres Wetter bringen. Unserem Aufstieg zum höchsten Punkt des Manaslu sollte nach einiger Versicherungsarbeit bis Lager III dann nichts mehr im Wege stehen.