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30.04.2007
Lager I am Manaslu steht!
Sonne Tanken ist angesagt - seit drei Tagen haben wir schönstes Wetter und sind gut vorangekommen.
Aber der Reihe nach: Bereits einen Tag nach Erreichen des Basislager am 23/04 konnten wir eine eindrückliche Puja feiern. Ein Mönch aus dem Kloster in Samagaon war mit einem Helfer zu unserem Basislager aufgestiegen. Im dichten Nebel und beginnenden Schneetreiben konnten wir diese traditionelle buddhistische Zeremonie zu Beginn der Expedition feiern.
Ein Lama aus Samagaon zelebrierte liebevoll unsere Expeditionspuja
Der kleine Altar unserer Puja Tsampa Figuren von Religionsstifter Padmasambhava und Guru Rinpoche
Andächtige Stille zur Puja in Nebel
Während der Puja trafen die beiden Österreicher Oliver König und Peter Mayer ein. Sie teilen unsere Expeditionsgenehmigung, sind aber ansonsten unabhängig. Damit sind wir am 8000er Manaslu nur das Team von AMICAL alpin und eben die beiden Österreicher.
Phantastisch!! - quasi der ganze Berg für uns alleine; wo gibt es das sonst noch.
Nach einem weiteren Ruhetag stiegen wir am 25/04 bei zunächst noch gutem Wetter nach Lager I auf. Die richtige Route am Rande des Manaslu-Gletschers zu finden war nicht ganz einfach. Jede Menge Neuschnee machte das Spuren anstrengend - glücklicherweise waren wir im Laufe des Teilnehmertreffens vor der Expedition zur gemeinsamen Überzeugung gekommen Schneeschuhe mitzunehmen. Dies zahlte sich nun mehr als aus und so kamen wir trotz des knietiefen Schnees gut voran. Das letzte, etwas steilere Stück nach Lager I versicherten wir mit einem Fixseil, um die doch häufiger vor uns liegenden Auf- und Abstiege sicher bewältigen zu können. Lager 1 liegt auf einem absolut sicheren Rücken, von dem aus man in alle vier Himmelsrichtungen - auch nach Tibet - fantastische Ausblicke hat.
Nach dem Anlegen eines Material-Depots konnten wir zufrieden wieder absteigen und waren schon zum Mittagessen wieder im Basislager zurück.
Rückblick übers tief verschneite Moränengelände zum Basislager
Schneeschuhe erleichtern den Aufstieg
Ralf kurz vor Lager 1
Der geplante Ruhetag fiel heftigem Schaufeln zum Opfer: Über einen halben Meter Neuschnee fiel innerhalb von zwei Tagen und brachte die zunächst gute Stimmung etwas nach unten. Nicht nur die persönlichen Zelte sondern auch Küchen und Materialzelt sowie das große Mannschaftszelt mussten immer wieder aus- und abgeschaufelt werden.
Rolf schaufelt was das Zeug hält
Hiro auch nicht faul
Das Basislager in einer Schneepause
Der Tag des zweiten Aufstiegs nach Lager 1 brachte wieder gutes Wetter und so konnten wir trotz schwerer Rucksäcke und anstrengender Spurarbeit schon nach vier Stunden Lager I erreichen. Der Rest des Tages verging mit Einrichten des Hochlagers, jeder Menge Schnee schmelzen um genügend zu trinken. Im Laufe des Nachmittags begann es stark zu stürmen, so dass für Einige auch während der Nacht nicht an Schlaf zu denken war. "Was denn so ein Hochlagerzelt an Windgeschwindigkeiten aushält" war in dieser unruhigen Nacht die sicher meist gestellte Frage.
Hochlager 1 wird eingerichtet
Die Zelte in Hochlager 1 stehen
Morgens um 7:00 Uhr startete ich trotzdem mit Hiro und den beiden Sherpas um den Weg nach Lager II zu erkunden. Dank der Schneeschuhe kamen wir erstaunlich gut voran und fanden einen sicheren Weg zur wahrscheinlich gefährlichsten Stelle des Aufstiegs: ein Korridor unterhalb einiger großer Seracs muss auf eine Breite von 150 Metern gequert werden. Schnell waren wir an dieser Stelle einzeln traversiert und freuten uns danach eine gute Stelle für die Querung gefunden zu haben. Nun beginnt sich die Route aufzusteilen. An langen Hängen, zum Teil hüfthoch mit Schnee beladen, mussten wir seitlich aufsteigen. Eine heikle Angelegenheit eine schneebrettsichere Spur anzulegen. Die letzten zweihundert Höhenmeter stiegen Hiro und ich alleine weiter und legten auf ca. 6200 m nach einem kurzen, senkrechten Aufschwung ein kleines Material-Depot an.
Hiro fräst nach oben
Vor der Eisschlag-gefährlichen Traverse
Es wird steiler; kurz vorm Depot
Glücklich darüber an diesem Tag doch sehr viel weiter als erwartet gekommen zu sein, stiegen wir gegen Mittag wieder ins Basislager ab.
Sonne pur erwartete uns dort und so genossen wir auch heute morgen bei kräftigem Sonnenschein die Dusche in unserem einfachen Duschzelt.
Bei unserem nächsten Aufstieg wollen wir versuchen Lager II zu erreichen und dort zwei Nächte zur besseren Höhen-Akklimatisation zu verbringen. Danach werden wir uns wieder melden.
Für heute beste Grüße aus unserem sonnendurchfluteten Basislager,